IG Metall

 

Betriebliche Altersversorgung der IG Metall
Update: Freitag, 1 Januar, 2010 20:59

 

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir haben im September des vergangenen Jahres ein Stück Tarifgeschichte geschrieben. Erstmals wurde für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Metallindustrie eine tariflich abgesicherte Zusatzrente vereinbart.

Der Tarifvertrag Entgeltumwandlung gibt jedem und jeder Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie das Recht, Teile des Einkommens in eine Altersrente umzuwandelnIG Metall. Inzwischen gilt dies auch für die Stahl- und Textil/Bekleidungsindustrie sowie weitgehend für Holz/Kunststoff und das Handwerk. Eine zusätzliche Altersversorgung wurde notwendig, da durch die Rentenreform 2001 das Niveau der gesetzlichen Rente auf 67 Prozent des Nettoarbeitseinkommens gesenkt wurde. Die Rentenlücke soll durch eine staatlich geförderte Zusatzversorgung im Rahmen der privaten oder betrieblichen Altersvorsorge geschlossen werden.

Dieses neue Feld wollten wir aus sozialpolitischen Gründen nicht allein privaten Versicherungs- und Bankkonzernen überlassen. Zusammen mit Gesamtmetall haben wir daher eine gemeinsame Einrichtung für die Altersrente gegründet: die Metall-Rente. Das Versorgungswerk bietet attraktive Leistungen zu sehr günstigen Konditionen.

Nach unserem Tarifvertrag sind die Arbeitgeber verpflichtet, allen Beschäftigten eine Möglichkeit zur zusätzlichen Altersversorgung durch Entgeltumwandlung anzubieten. Einige Unternehmen haben dies schon getan. Wenn es aber bis zum 30. Juni 2002 nicht geschehen ist, kann jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer den Arbeitgeber schriftlich auffordern, ein solches Angebot zu unterbreiten. Geschieht dies innerhalb von drei Monaten nicht, ist die Entgeltumwandlung im Versorgungswerk Metall-Rente durchzuführen.

Wir fordern euch auf: Informiert euch über die neuen Möglichkeiten. Nehmteuren Anspruch aus dem Tarifvertrag wahr, Lohn- und Gehaltsbestandteile umzuwandeln. Sichert euch eine geförderte Tarifrente im Alter.

 

Klaus Zwickel           Jürgen Peters

 

BETRIEBLICHE ALTERSVERSORGUNG

 

Entgeltumwandlung

Ein gutes Angebot

Das Altersvermögensgesetz hat zwei neue Varianten der zusätzlichen Altersvorsorge geschaffen. Hier eine kurze Zusammenfassung der Unterschiede.

1. Die private Vorsorge
Zum Beispiel eine staatlich zertifizierte Rentenversicherung, eine Lebensversicherung oder ein Banksparplan. Zertifiziert heißt nicht, dass die Produkte wirtschaftlich vorteilhaft sind.

2. Die betriebliche Vorsorge
Lohn- oder Gehaltsbestandteile können aus dem Nettoeinkommen oder dem Bruttoeinkommen in eine Sparsumme umgewandelt werden (Entgeltumwandlung). Die private Vorsorge, "Riester-Rente" genannt, hat einige Nachteile, die die Versicherer gerne verschweigen: Hohe Verwaltungsgebühren und saftige Vertreterprovisionen reduzieren die später zu erwartenden Renten.

werden. Wer es genau wissen will, kann unter

http://www.MetallRente.de/

den Förderrechner benutzen und sich ausrechnen lassen, ob Brutto- oder Nettoumwandlung für 2004 günstiger ist. Dagegen bietet die Entgeltumwandlung im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge mehr Möglichkeiten und günstigere Konditionen.

Nettoentgeltumwandlung
Hier fördert der Staat mit Grund- und Kinderzulagen oder steuerlichem

Sonderausgabenabzug. Bei der Umwandlung aus dem Nettoeinkommen, also nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben, entspricht die Förderung der der privaten Vorsorge (Riester-Förderung).

Bruttoentgeltumwandlung
Hier fördert der Staat vor allem durch Steuerersparnis. Auf den Sparbetrag aus laufendem Einkommen oder Einmalzahlungen wie zum Beispiel Weihnachts- oder Urlaubsgeld fallen keine Steuern an. Bis 2008 sind die Beträge sozialversicherungsfrei (Eichel-Förderung).

 


 

Was ist günstiger?
Die Bruttoentgeltumwandlung ist zur Zeit für die meisten Beschäftigten mit einem durchschnittlichen Verdienst der günstigere Weg. Warum? Die Steuer- und Beitragsersparnis ist höher als die "Riester-Förderung". Bruttoentgelt kann aber nur in der betrieblichen Altersversorgung umgewandelt werden. Ab 2008 fällt die Ersparnis der Sozialversicherungsbeiträge weg. Dann wird die Nettoentgeltumwandlung mit "Riester-Förderung" für viele günstiger. Die Umwandlungsentscheidung ist zunächst für zwölf Monate verbindlich. Dann kann sie je nach persönlicher Lebenssituation in der Höhe und Förderart verändert
Riester- oder Eichelförderung

 

 

 

Jetzt informieren und entscheiden

Nachdem Tarifvertrag der IG Metall zur Entgeltumwandlung haben die Beschäftigten die Wahl: Der Arbeitgeber muss ihnen sowohl die Netto- (Riester-Förderung) als auch die Brutto-Entgeltumwandlung mit Steuer- und Beitragsfreiheit (Eichel-Förderung) anbieten. Die Beschäftigten können wählen, welche Förderart die günstigste für sie ist. Der Tarifvertrag erlaubt zudem, zwischen Netto- und Bruttoentgeltumwandlung jährlich zu wechseln. Das hat den großen Vorteil, dass die Beschäftigten sich für die jeweils günstigste Variante entscheiden können.

Chancen nutzen
Hat der Arbeitgeber noch keine betriebliche Entgeltumwandlung angeboten, sollten die Beschäftigten ihn jetzt auffordern, einen Weg für die zusätzliche Altersversorgung anzubieten. Die Auswahl des Durchführungsweges (zum Beispiel eine Pensionskasse) und des Anbieters (zum Beispiel MetallRente) ist Aufgabe des Arbeitgebers. Das Angebot muss sowohl Netto- als auch Bruttoentgeltumwandlung ermöglichen.

Die Beschäftigten bestimmen, welche Einkommensarten sie umwandeln wollen: Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, vermögenswirksame Leistungen oder andere Entgeltbestandteile. Betriebsrat und Arbeitgeber können dazu Regelungen in einer Betriebsvereinbarung treffen.

Produkt wählen
Der Arbeitgeber muss zumindest ein Produkt mit Absicherung aller sogenannten biometrischen Risiken anbieten. Darunter sind der Schutz bei Erwerbsminderung, die Hinterbliebenenversorgung und das "Altersrisiko" zu verstehen. Der Arbeitgeber kann die Absicherung dieser Risiken komplett vorsehen oder sie "abwählbar" gestalten.
Was tun?
Hat der tarifgebundene Arbeitgeber noch keinen Durchführungsweg zur Entgeltumwandlung angeboten, ist er verpflichtet, innerhalb von drei Monaten ein Angebot zu unterbreiten, wenn der Beschäftigte seinen Anspruch geltend gemacht hat. Geschieht dies nicht, ist der Arbeitgeber automatisch verpflichtet, die MetallRente.
Dann kann zum Beispiel eine ledige Arbeitnehmerin oder ein lediger Arbeitnehmer wählen, ob auf die Hinterbliebenenversorgung verzichtet wird. Gut überlegt sollte aber sein, ob der Schutz bei Erwerbsminderung abgewählt wird.anzubieten. Dies
gilt für die Branchen Metall- und Elektroindustrie, Textil- und Bekleidungsindustrie. Im Stahlbereich ist ein Angebot bis zum 30. September 2002 zu unterbreiten. Bei Holz und Kunststoff gibt es keine Fristen.

Arbeitnehmer, die in einem Betrieb arbeiten, der nicht tarifgebunden ist, haben gleichfalls das Recht auf Entgeltumwandlung nach dem Gesetz zur betrieblichen Altersversorgung. Auch sie können ihren Arbeitgeber auffordern, einen Durchführungsweg anzubieten. Selbstverständlich ist auch hier die MetallRente möglich.


 


An die                                                                     Datum:
Personalabteilung

 

Entgeltumwandlung


Sehr geehrte Damen und Herren,

der Tarifvertrag Entgeltumwandlung gibt mir einen Anspruch auf Umwandlung tariflicher Entgeltbestandteile zum Zwecke einer Altersversorgung.

Hiermit möchte ich diesen Anspruch geltend machen und bitte Sie, mir umgehend ein Angebot zur Entgeltumwandlung zu unterbreiten. Insbesondere möchte ich Sie auf das gemeinsame Versorgungswerk der Tarifvertragsparteien der Metall- und Elektroindustrie "MetalIRente" hinweisen, das ein attraktives Angebot bereitstellt.


Mit freundlichen Grüßen

 

Name:
Anschrift:
Personal-Nr.:

 

Welche Produkte gibt es?

Die Tarifparteien IG Metall und Gesamtmetall bieten eine besonders attraktive Lösung: die MetallRente. Niedrige Kosten, hohe Sicherheit und vielfältige Wahlmöglichkeiten kennzeichnen das Versorgungswerk der Metall? und Elektroindustrie. Auch nicht tarifgebundene Unternehmen können auf die MetallRente zurückgreifen.

MetallRente bietet drei Durchführungswege für die Entgeltumwandlung:

Bei der Direktversicherung wird der Brutto-Umwandlungsbetrag pauschal mit circa 23 Prozent versteuert. Dafür ist die spätere Rente weitgehend steuerfrei. Maximal sind pauschalversteuert 1752 Euro jährlich umwandelbar.
  • Die Pensionskasse erlaubt eine Umwandlung von bis zu 2160 Euro jährlich. Dieser Betrag ist voll steuerfrei und bis 2008 sozialabgabenfrei, wenn die Bruttoentgeltumwandlung gewählt wird. Die Kapitalanlage erfolgt sehr konservativ nach den Regeln der Versicherungsaufsicht.

  • Der Pensionsfonds setzt dagegen voll auf attraktive
  • Renditen. Auch hier sind bis 2160 Euro Bruttoentgeltumwandlung möglich. Bei der Kapitalanlage gibt es mehr Freiheiten, die allerdings streng kontrolliert werden.

Der Arbeitgeber wählt einen oder mehrere Durchführungswege aus. Dazu gibt es in vielen Firmen bereits Betriebsvereinbarungen. Die persönliche Beratung, die Metall-Rente jedem einzelnen Beschäftigten bietet, wird über den Betrieb organisiert.

Bei der Metall-Direktversicherung und der Metall-Kasse gibt es zwei Produktarten, zwischen denen die Beschäftigten wählen können:

Garantieprodukte
Sie bieten hohe Sicherheit wegen der Garantieverzinsung mit 3,25 Prozent. Daneben werden Hinterbliebene und das Risiko der Berufsunfähigkeit abgesichert. Die Hinterbliebenenversorgung beträgt maximal 60 Prozent der Altersrente. Bei 50-prozentiger Berufsunfähigkeit werden 75 Prozent der Altersrente gezahlt.

Chancenprodukte
Sie sind durch hohe Ertragsmöglichkeiten gekennzeichnet. Gerade für

jüngere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist es ein interessantes Angebot, da das Geld langfristig angelegt werden kann und hohe Zinsen und Zinseszinsen verspricht. Das Geld ist sicher angelegt, denn die Versicherungsaufsicht, die Wirtschaftsprüfer und der Metall-Renten-Beirat prüfen ständig die Geldanlage. Im Alter von 55 Jahren wird das Geld von hochverzinslichen Anlagen je nach Kapitalmarktsituation auf festverzinsliche umgeschichtet. Dadurch wird sichergestellt, dass mit dem 65. Lebensjahr das Geld nur noch in absolut risikolosen Anlagen investiert ist. Durch diese langfristige Umschichtung über zehn Jahre können auch schlechtere Kapitalmarktsituationen aufgefangen werden.

Soziale Standards
Die Geldanlagen werden zudem darauf geprüft, dass sie nicht in Firmen und in Ländern investiert werden, die sich nicht nach den internationalen Grundsätzen der ILO (Internationale Arbeitsorganisation) richten. So können Firmen, die Profite mit Kinder- und Zwangsarbeit machen, oder Regime, die grundlegende Arbeitnehmerrechte verletzen, nicht mit dem Geld der Metallerinnen und Metaller rechnen.

 


 

metallRente

MetallRente bietet Produkte sowohl für die Brutto- als auch die Nettoentgeltumwandlung mit den verschiedenen Förderarten an.

Vorteil: Ein Wechsel zwischen den Förderarten ist ohne Probleme und Kosten möglich und die Ansprüche sind übertragbar, wenn beide Unternehmen die Metall Rente anbieten. So wird das Sparkapital auf den neuen Arbeitgeber übertragen.

 


Herausgeber:
IG Metall-Vorstand, Abteilung Tarifpolitik,
verantwortlich: Antonius Engberding,
Redaktion: Gudrun Obenland, 9/02

Quelle: "metall 09/2002"

  

 

 
 

 

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